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© 2018 by MEDIENPRODUKTION I Tom Lichtenwalter

Milchstraße fotografieren – Meine 5 Tips & Tricks

September 25, 2017

Die ganze Faszination und Schönheit des Sternenhimmels und im speziellen der

Milchstrasse einzufangen, ist eine der fotografischen Disziplinen, die einen

langen Weg ausmachen können und einiges an Skils erfordern. Ich habe über

die Jahre diesbezüglich sehr viele Fehler gemacht und es war ein langer Weg

dorthin zu kommen wo ich mich jetzt befinde in Bezug auf für mich

zufriedenstellende Bilder der Milchstrasse anzufertigen. Um Dir das zu ersparen,

teile ich mit Dir in diesem Beitrag meine Tips&Tricks die ich mir über die Jahre

angeeignet habe. Im Sommer, wenn das Zentrum der Milchstrasse wieder über

dem Horizont zu sehen ist, lade ich Dich gerne ein, um einen nächtlichen

Streifzug unter dem Sternenhimmel zu unternehmen. Und hier meine 5 Tips!

 

 

Dieses Bild enstand März/2017 in NEVADA "Valley Of Fire" um 1:30 Uhr Nachts. Canon 5D mk4 / ISO2500 / 14mm / f2.8 /25sec

 

 

 

 TIP 1. LOCATION UND WIE FINDE ICH DIE MILCHSTRASSE

 

Es ist in der Tat so, daß über 90% der Population auf dieser Erde die

Milchstrasse niemals mit Ihrem bloßen Auge zu Gesicht bekommen. Und das

hat einen einfachen Grund. Das Problem ist die Lichtverschmutzung. Je näher

an Städten umso mehr. Wie Du Dir denken kannst, bessert sich die Chance

einen Blick auf die Milchstrasse zu erhaschen je weiter Du Dich von störenden

Lichtquellen wie z.b. Städte entfernst. Die Milchstrassengalaxie hat einen

Durchmesser von 100.000 – 120.000 Lichtjahre und darin befinden sich über

200 Millionen Sterne. Verrückt, oder ? Zudem ist das Zentrum der Milchstrasse

nur in den Monaten März bis November sichtbar. In den Sommermonaten hast

Du gute Chancen gleich nach dem Sonnenuntergang. Während wir von

November bis spät in den Februar um den Sonnenorbit kreisen versteckt sich

die Milchstrasse hinter der Sonne und wäre nur Tagsüber zu sehen. Was

natürlich nicht möglich ist.

Und wie finde ich jetzt die Milchstrasse ? Ich habe mir das App PhotoPills

zugelegt. Für uns Sternengucker bietet diese App ein AR-Display, um z.b. die

Milchstrasse oder andere Objekte am Himmel zu finden. Die Funktionen kann

man kaum alle aufzählen und so relativiert sich der augenscheinlich hohe Preis

wieder. Auf meinen nächtlichen Touren habe ich diese App immer dabei.

 

 

 

 TIP 2. VERWENDE EIN STABILES STATIV

 

Ein weiterer offensichtlicher, aber durchaus sehr nützlicher Tip. Gerade weil wir

uns in einem Verschlußzeitenbereich von zw. 20-30 sec aufhalten und oftmals

an windigen Stellen, ist ein stabiles Stativ mehr als notwendig um keine

verwackelten Aufnahmen zu bekommen. Ich verwende schon seit ein paarJahren

mein

SIRUI N-3004X

in Verbindung mit dem sehr stabilen

SIRUI Kugelkopf K-40X

Diese Kombi hat mich noch nie im Stich gelassen.

 

 

 

 

 TIP 3. NEUMOND VS. IRGENDEIN MOND

 

Aufgenommen September 2016 am Aggenstein / 23:00Uhr / SonyA7R / ISO2500 /

16mm / f2 /25sec

 

 

Ich bevorze die Zeit um den Neumond da dieser dann auch keine störende

Lichtquelle darstellt. Wie oben schon erwähnt. Haltet jegliche störende

Lichtquelle von Euch fern. Dazu gehört auch die Taschenlampe oder das Handy.

Eure Augen benötigen ca. 30 Minuten um die pupillen vollständig zu öffnen. D.h.

nach diesen 30 Minuten haben sich Eure Augen an die Dunkelheit gewöhnt und

Ihr könnt am Nachhimmel mit bloßen Augen um einiges mehr sehen. Ich

empfehle Rote Farbfilterfolie auf dem Handydisplay und die Taschenlampe zu

befestigen. Das wirft Euch dann nicht wieder 30 Minuten zurück.

 

 

 

 TIP 4. TECHNIK & DIE 500ER REGEL

 

Hier ein paar wichtige Regeln die jeder Sternenhimmelfotograf unbedingt

beachten und einhalten sollte. Erstens und sehr wichtig. Fotografiere im

manuellen Modus und in RAW, nicht in JPG ! Fotografieren in RAW wird Dir in

der Nachbearbeitung der Bilder um einiges weniger Kopfschmerzen bereiten.

Schon allein wegen dem nachträglich justierbarem Weißabgleich. Stelle den ISO

Wert zwischen 3200 -6400 ein um soviel wie möglich Licht einzufangen. Als

nächstes stellst Du die Belichtungszeit so ein, daß Du Dich kurz vor der

ungewünschten Sternbewegung befindest. Resultierend aus der Erdrotation.

Und da kommt die 500er Regel ins Spiel. Damit die Sterne nicht anfangen

schlieren zu ziehen, kannst Du diese Regel anwenden. Du nimmt 500 und

dividierst durch Deine Brennweite. Dadurch hast Du die passende

Belichtungszeit ohne Sternenbewegung. Als Beispiel: 500 / 24 = 20.8333

Sekunden. Nach abrunden ergibt sich eine Belichtungszeit (Verschlusszeit) von

20 Sekunden. WICHTIG ! Diese Regel greift bei Vollformatkameras. Bei CROP

Sensoren mußt Du zuerst den Crop Faktor mit der Brennweite multiplizieren und

dann kannst Du die oben genannte Formel anwenden. BEISPIEL: 24

(Brennweite) x 1.5 (Crop Faktor) = 36. Jetzt kannst Du die 500 / 36 teilen =

13.888 Sekunden. Hier auch abgerundet ergibt sich dann eine Belichtungszeit

von 13 Sekunden.

Weitere wichtige Einstellungen wären die Blende und der Weißabgleich an

Deiner Kamera. Ich empfehle Dir die Blende ganz zu öffnen (offenblende) z.b.

f2.8. Resultierend aus der Offenblende kommt am meisten Licht auf den Sensor.

Um die Klarheit der Sterne noch ein wenig zu verstärken, kannst Du auch um 1

Blende abblenden. Das begünstigt vor allem auch die Randschärfe des Bildes.

Beispiel: Du hast eine f2 Blende. Probiere auch mit der Einstellung f2.8. Den

Weißabgleich habe ich nicht auf Auto stehen. Eine kühlerer WB Ton verstärkt

den Eindruck der Milchstrasse enorm. Wenn Du in RAW fotografierst, kannst Du

nachträglich mit dem Weißabgleich spielen und das für Dich beste Ergebnis

verwenden.

Wenn Du diese Tips beachtest, mit dem ISO und der Blende ein wenig

herumprobierst unter Berücksichtigung der 500er Regel steht tollen

Milchstrassenbildern mit WOW Faktor nichts mehr im Weg.

 

Und hier noch ein paar Milchstraßen Impressionen. Falls Du Fragen oder Anregungen hast, würde ich mich über einen Kommentar oder eine Mail von Dir sehr freuen.

 

AufgenommenMai 2016 an der Schwarzenbachtalsperre / 23:00Uhr / SonyA7R / ISO2500 /

14mm / f2 /25sec

 

 

Aufgenommen März 2017 im Death Valley, California / 23:30Uhr / Canon 5D mk4 / ISO2500 /

14mm / f2 /25sec

 

 

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